Als mein Grossvater vor 60 Jahren unser Familienunternehmen, die Schoop + Co. AG, gegründet hatte, profitierte er von der allgemein positiven Wirtschaftslage der Nachkriegszeit. Damals boomte die Schweizer Wirtschaft richtiggehend. Die Einwohnerinnen und Einwohner erfreuten sich am rasch steigenden Lebensstandard. Die Geschichte vieler erfolgreich wirtschaftender Familienbetriebe und KMU nahm ihren Anfang in dieser Zeit. Von den goldigen Jahren der Nachkriegszeit zehrt die Schweizer Volkswirtschaft noch heute. Dabei geht zu oft vergessen, dass sie diesen Boom ohne Arbeitskräfte aus dem Ausland nicht hätte auslösen können.

Auch die Schoop + Co. AG gehörte zu den zahlreichen Unternehmen, die ausländische Arbeitskräfte einsetzen konnten. Ohne ihre Mitarbeit wäre die Schoop + Co. AG vermutlich nicht da, wo wir nun stehen. Heute bietet die Firma 190 Mitarbeitenden einen Arbeitsplatz und operiert seit Jahrzehnten in den Bereichen des Gartenbaus, der Blech- und Metallverarbeitung sowie des Spenglereigewerbes mit Erfolg. Aber auch im Jahr 2016 sind wir noch auch auf ausländische Fachkräfte angewiesen, um mit unseren Produkten im globalen Wettbewerb bestehen zu können. Ohne Zugriff auf den ausländischen Arbeitsmarkt würden wir diese oftmals schlicht nicht finden. Denn der entsprechende Arbeitsmarkt in der Schweiz ist zu klein. So aber können wir flexibel auf ein Auftragswachstum reagieren.

Der Zugang zu ausländischen Arbeitskräften war in der Nachkriegszeit Gold wert. Was 1950 richtig und wichtig war, ist es in einer zunehmend komplexeren Wirtschaft mit steigender Spezialisierung umso mehr. Ein freier Arbeitsmarkt ist und bleibt für unsere Unternehmen von enormer Bedeutung. Entgegen der allgemeinen Erwartung sind insbesondere KMU auf einen freien, grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt angewiesen. Denn sie sind die ersten, die unter der Abschottung des heimischen Arbeitsmarktes leiden würden. Bei Einführung von Kontingenten könnten sie ihren Bedarf nur mit grössten Mühen geltend machen. Zum Handkuss kämen vielmehr die grossen international tätigen Unternehmen. Denn im Notfall ziehen Weltkonzerne ihre Produktionsstätten in ein anderes Land ab.

So oder so, unser Familienunternehmen schreibt seine ganz eigene Geschichte weiter. Doch lass ich es mir nicht nehmen, dass KMU in der Schweiz ihrer Zukunftsperspektiven beraubt werden. Damit dies nicht geschieht, müssen wir unseren freien Arbeitsmarkt bewahren. Schlussendlich kommt dieser uns allen zu Gute. Er bildet eine von mehreren Grundlagen für eine starke heimische Wirtschaft, deren stabiles Rückgrat die KMU und insbesondere die Familienbetriebe sind.