Seit 2002 sind die bilateralen Verträge zwischen der Schweiz und der Europäischen Union in Kraft. Jahrelang debattierte man darüber, wie hoch der wirtschaftliche Nutzen des Abkommens für die Schweizerinnen und Schweizer ist. Jetzt herrscht Klarheit: Jährlich rund zwei Wochen Ferien auf den Malediven, Halbpension und Flug inklusive. Das zeigt eine jüngst durch economiesuisse vorgestellte Studie (http://goo.gl/ChX02E). Die Autoren stellten sich die Frage, um wieviel das Pro-Kopf-Einkommen ohne Bilaterale tiefer ausfallen würde. Sie kommen zum Schluss, dass die Schweizerinnen und Schweizer durchschnittlich auf rund 4400 Franken pro Person verzichten müssten. Jedes Jahr Balkonien statt palmengesäumter Sandstrand wäre also die Devise. Die volkswirtschaftliche Analyse zeigt eindrücklich, wie wir von den Verträgen mit der Europäischen Union profitieren.

Die Bilateralen  tragen also wesentlich zum Erfolg der Schweiz bei: Die Arbeitslosigkeit ist tief und auch die Jungen finden den Weg in die Erwerbstätigkeit. Zugleich gelang es der hiesigen Wirtschaft, selbst in den turbulenten Jahren der weltweiten Finanz- und Schuldenkrise zwischen 2007 und 2013 um durchschnittlich 1,7 Prozent zu wachsen. Auch hier nehmen wir im internationalen Vergleich eine Spitzenposition ein. Wir gelten als Innovationsweltmeister, der es schafft, universitäre Spitzenforschung mit der praxisnahen Ausbildung von zukünftigen Mechatronikern und Informatikern zu kombinieren. 

Dieses Erfolgsmodell stützt sich auf die Verträge mit der Europäischen Union. Beispielsweise sind Schweizer Betriebe darauf angewiesen, dass sie auch im Ausland nach Fachkräften suchen und diese ohne bürokratische Hürden in die Schweiz bringen können. Die Personenfreizügigkeit ermöglicht das. Denn obwohl unsere Hochschulen zu den besten der Welt zählen und wir unseren Nachwuchs im Rahmen des dualen Bildungssystems aktiv fördern, fehlen uns die Fachkräfte. Ein weiteres Beispiel: Jeden dritten Franken verdient die Schweiz im Austausch mit der EU. Die Bilateralen erlauben uns den hindernisfreien Zugang zum europäischen Markt. Sie sorgen dafür, dass unsere Firmen mit gleich langen Spiessen auftreten können. Nur so gelingt es uns, unsere Wettbewerbsfähigkeit voll auszuspielen und den Konsumenten von Lissabon bis Helsinki unseren Greyerzer und unseren Bündner Bio-Bergkäse schmackhaft zu machen. 

Wer nach Zürich-Kloten geht, seinen Koffer mit der Schnorchelbrille und den Schwimmflossen eincheckt und in ein Flugzeug steigt, ist in weniger als zehn Stunden auf den Malediven. Der Wohlstand in der Schweiz macht uns das möglich. Einer der Grundsteine dieses Wohlstandes wurde vor fast fünfzehn Jahren gelegt.

SRF-Beitrag vom 15. März 2016 zur Veröffentlichung der Studie: http://goo.gl/XY7lvk