Schokolade – das wohl schweizerischte Produkt überhaupt. Doch wie kommt es, dass ein Land, welches weder Kakao noch Zucker anbaut, sich auf die Herstellung der schmelzenden Köstlichkeit spezialisieren konnte?

Der Kakao, damals bekannt unter dem aztekischen Begriff „Xocolatl“, kam im 16. Jh mit Hernan Cortez aus Südamerika nach Spanien. Von dort verbreitete er sich als Luxusgut, Medikament und Aphrodisiakumin in den Ländern Europas. Erst zu Beginn des 19. Jh wurde in Holland mit der Entwicklung einer speziellen Maschine der Grundstein für die industrielle Produktion von Schokolade gelegt. Zur selben Zeit brachten Wanderarbeiter aus Frankreich und Italien die Schokolade zum ersten Mal in die Schweiz und gründeten erste Schokoladenbetriebe. Auch François-Luis Cailler lernte die Kunst der Schokoladeherstellung in Italien und brachte sie zurück in die Schweiz.

Die erste richtige Essschokolade entstand jedoch nicht in der Schweiz, sondern in der englischen Firma  "J.S. Fry & Sons". Diese Schokolade hatte noch nicht viel mit dem zu tun, was wir heute im Detailhandel kaufen. Sie war grobkörnig und biscuitartig. Erst 1676 gelang dem Schweizer Daniel Peter die Vermischung von Schokolade mit Milch. Die berühmte Schweizer Milchschokolade war geboren. Etwas später entwickelte  Rodolphe Lindt die Technik des Conchierens, welche die Schokolade geschmeidig macht und bis heute in der Produktion eingesetzt wird.
In Anbetracht dieser Vergangenheit könnte man die Entstehung der Schokolade als europäische Erfolgsgeschichte bezeichnen. Durch die innovativen Ideen aus verschiedenen Ländern wurde etwas erschaffen, was heute allgemein geschätzt wird und für die Schweiz jedes Jahr über 1.5 Mrd an Umsatz generiert.