Josef Renggli ist seit 2017 stellvertretender Direktor bei der Direktion für europäische Angelegenheiten (DEA) und hat zuvor während drei Jahren bei der Schweizer Mission in Brüssel gearbeitet.

Am 3. April diskutiert Josef Renggli als EU-Experte am World Café in Zürich mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern zum Thema «Schweiz – EU: Alles noch im Rahmen?».

Am 3. April findet in Zürich das World Café statt, wo Sie sich mit der Bevölkerung zum Thema «Schweiz – EU: Alles noch im Rahmen?» austauschen werden. Worauf freuen Sie sich am meisten?

Ich freue mich ganz einfach auf eine offene Diskussion mit interessierten Menschen. Es hat sich gezeigt, dass der Informations- und Diskussionsbedarf über die Beziehungen der Schweiz zur EU sehr hoch ist, das Thema jedoch komplex und meist nicht so eindeutig. Durch den Austausch mit der Bevölkerung merkt man, wo die Ungewissheiten und Ängste liegen und kann zu deren Klärung beitragen.

Warum ist die Schweizer Europapolitik wichtig? Weshalb sollte sich Herr und Frau Schweizer für die Beziehungen zur EU interessieren?

Die Beziehungen der Schweiz zur EU sind massgebend und beeinflussen uns in unserem alltäglichen Leben. Die EU ist mit Abstand der wichtigste Markt für unsere Exporte und damit unsere Arbeitsplätze. Gerade die jüngere Generation, welche die Zeit vor den Bilateralen Abkommen mit der EU nicht miterlebt hat, nimmt die Auswirkung dieser Abkommen auf unser Leben oft als selbstverständlich wahr. Ob man nun in die Ferien reist, im Ausland studiert oder nach einem gestohlenen Auto fahndet, all dies ist heute mit weniger Aufwand und höherer Effizienz verbunden als früher. Das ist der europaweiten Zusammenarbeit zu verdanken.

Während Jahren haben Sie bei der Schweizer Mission in Brüssel gearbeitet. Was hat Ihnen an Ihrer Arbeit am besten gefallen?

Brüssel ist eine interessante Stadt und durch zahlreiche Sitze der Europäischen Institutionen ist das Umfeld international. Ich war in einer schwierigen Phase gleich nach Annahme der Masseneinwanderungsinitiative in Brüssel angekommen, und es war wichtig, unseren Partnern bei der EU die Ängste und Skepsis der Schweizerinnen und Schweizer bei der Personenfreizügigkeit zu erklären. Trotz dieser angespannten Zeit war es auch schön zu sehen, dass die Schweiz in Brüssel unter den europäischen Partnern wahrgenommen wird und sich dementsprechend auch für ihre Interessen positionieren kann. Ein Beispiel dafür ist die Waffenrichtlinie, über die wir am 19. Mai abstimmen werden. Dort konnten wir eine Ausnahme erwirken, welche es Angehörigen der Armee erlaubt, ihre Waffe nach dem Militärdienst auch künftig ohne Änderung zu heute zu behalten. Alles in Allem ist die Arbeit in Brüssel eine der spannendsten in unserem diplomatischen Dienst und deckt auch Themen über die Beziehungen zu den europäischen Staaten hinaus ab. So werden beispielsweise Friedenseinsätze im Kosovo oder Irak auf EU-Ebene koordiniert, an welchen sich auch die Schweiz beteiligt.

Haben wir dein Interesse geweckt, am Anlass vom 3. April mitzudiskutieren? Anmeldung und weitere Informationen gibt es unter: bit.ly/ecoworldcafe

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