Welche Auswirkungen nationalistische Tendenzen auf die Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Basel haben, wurde gestern im Grossratssaal in Basel diskutiert. metrobasel lud gemeinsam mit stark+vernetzt, der Vereinigung der Basler Ökonomen und dem Kanton Basel-Stadt ein, um die Chancen und Herausforderungen der Migration zu diskutieren. Der Grossratssaal war bis zum letzten Platz ausgebucht.

Die Direktorin von metrobasel Regula Ruetz begrüsste die Anwesenden mit einigen Worten zum aktuellen Weltgeschehen. In von Unsicherheit geprägten Zeitenwerde die Zuwanderung leider oft populistisch instrumentalisiert anstatt sachlich diskutiert. Mario Gattiker, Staatssekretär für Migration zeigte in seinem Referat die Zusammenhänge der Zuwanderung mit dem Arbeitsmarkt auf und ging gleichzeitig auf die aktuellen Entwicklungen der nationalen Migration ein. Dabei machte er unmissverständlich klar, dass die Zuwanderung konjunkturabhängig abhängig sei. Er nahm das umstrittene Zitat von Altbundesrätin Ruth Metzler auf – «Die Schweiz ist ein Einwanderungsland par excellence» – und betonte die Wichtigkeit der ausländischen Fachkräfte für die Schweizer Wirtschaft.

Höhepunkt der Veranstaltung war die Podiumsdiskussion mit Christoph Brutschin, Regierungsrat Kantons Basel-Stadt; Lukas Reimann, SVP-Nationalrat und Präsident der AUNS; Thomas Bösch, Leiter Human Ressoruces Novartis Schweiz und Rudolf Minsch, Chefökonom economiesuisse. Die Diskussion wurde von Franz Saladin, Direktor der Handelskammer beider Basel geleitet. Alle Podiumsgäste betonten wiederholt die Chancen der Migration für die Wirtschaft, sowie für die Gesellschaft. Dafür sei die Qualität der Integration ausschlaggebend, meinte Gattiker: «Die Kosten für die Integration einer erwerbslosen Person dürfen nicht abschrecken. Ein Kontigentensystem käme die Schweiz sehr viel teurer zu stehen».  Nur Reimann wollte dem nicht zustimmen und verteidigte seine protektionistischen Ansichten und begründet diese mit den Ängsten der Schweizer Bürger. Die SVP sei die einzige Partei, die auf diese Ängste eingehe. Dem entgegnete Minsch in seinem Schlusswort: Wenn hier jemand Unsicherheit schaffe, dann sei das die SVP. «Das ständige Säbelrasseln mit Initiativen ist Gift für die Schweiz und ihre Wirtschaft.»