Heute haben die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV), der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS), das Erasmus Student Network (ESN) sowie viele weitere Organisationen der Bundeskanzlei in Bern eine Petition überreicht. Darin fordern mehr als 10'000 Personen ab 2021 wieder eine vollwertige Teilnahme der Schweiz an «Erasmus+». Der Bundesrat soll baldmöglichst die Verhandlungen aufnehmen.

Mobilität innerhalb Europas ist ein wichtiges Gut

«Erasmus+» ist ein Programm der Europäischen Union, das der Förderung allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport dient. So bietet das Programm beispielsweise Möglichkeiten, an Konferenzen teilzunehmen oder freiwillige Einsätze in Europa zu leisten – unabhängig davon, ob junge Menschen an einer Universität studieren, eine Lehre machen, noch zur Schule gehen, dort unterrichten oder in einem Sport- oder Jugendverband aktiv sind. Über diese internationale Erfahrung erwerben sie oft eine neue Sprache, aber auch Sozialkompetenzen, Offenheit, Selbstvertrauen und Entscheidungsfähigkeit. Studien beweisen denn auch, dass die in einem Austauschjahr erworbenen Fähigkeiten für den Erfolg in der Arbeitswelt äusserst wertvoll sind.

Seit Annahme der Masseneinwanderungsinitiative gilt Schweiz als Drittland

Vom europäischen Mobilitätsprogramm hat auch die Schweiz stark profitiert. Bis 2013 war sie Vollmitglied. Nach Annahme der Masseneinwanderungsinitiative im Jahr 2014 wurden die Verhandlungen für das Nachfolgeprojekt jedoch abgebrochen. Seither wird unser Land als Drittland behandelt. Das heisst für die hiesige Bildungs- und Hochschullandschaft konkret: ein hoher finanzieller und bürokratischer Mehraufwand sowie eine eingeschränkte Teilnahme an Kooperationsprojekten.

Vollassoziierung als Ziel der Petition

Nachdem die Schweiz die Personenfreizügigkeit mit dem jüngsten EU-Mitglied Kroatien per Ende 2016 eingeführt hat, wäre eine vollwertige Teilnahme an «Erasmus+» prinzipiell wieder möglich. Doch wegen der hohen Kosten für einen Wiedereinstieg gab es dafür bislang politisch keine Mehrheit. Erst beim Nachfolgeprojekt für die Jahre 2021 bis 2027 will sich die Schweiz wieder als mögliches Mitglied in die Verhandlungen einbringen. Die EU wird diese Verhandlungen noch in diesem Herbst eröffnen. Die SAJV hat deshalb eine Online-Petition gestartet – zusammen mit vielen weiteren Organisationen – um die Wiederaufnahme der Verhandlungen auf Seite der Schweiz zu beschleunigen.

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