Wenn der Kühlschrank zu Hause leer ist, sucht man möglichst schnell den nächsten Supermarkt auf, wenn einem kalt ist, dreht man die Heizung auf und wenn im Auto das Tanksymbol rot aufleuchtet, fährt man einfach direkt zur nächsten Tankstelle um die Ecke. Dass viele unserer täglich benötigten Produkte oder Güter nicht schweizerischer Herkunft sind, ist vielen von uns bewusst. Was dagegen oft vergessen geht ist, welche bedeutende Rolle die Schifffahrt und die Rheinhäfen in Basel dabei spielen. Denn sie sind zunehmend Versorgungsdrehpunkt unseres Landes und deshalb stark angewiesen auf gute internationale Abkommen in Bezug auf den Rheinverkehr.

Mehr als sechs Millionen Tonnen Güter passieren Jahr für Jahr die Rheinhäfen in Basel. Fast die Hälfte aller Mineralölprodukte (Benzin, Diesel, Heizöl, etc.) kommt per Schiff in die Schweiz. Darüber hinaus gelangen auch zahlreiche Lebensmittel sowie Baumaterialien (Kies, Pflastersteine, etc.) via Container über den Rhein zu uns. Insgesamt erreichen jährlich über 100‘000 Container die Basler Häfen. Damit gelten die Rheinhäfen als wichtige Versorgungsader für die gesamte Schweiz.

Der Schiffsverkehr weist im Vergleich zum Strassenverkehr gleich mehrere Vorteile auf: erstens ist er kostengünstiger, zweitens ist er ökologisch sinnvoller und drittens gibt es keine Staugefahr. Ausserdem sind Container gut stapelbar und somit einfach zu transportieren. Demzufolge wird der Transport über den Rhein in Zukunft wohl noch mehr zunehmen und weiter an Bedeutung gewinnen. Fakt ist: wenn das Hafengeschäft nicht mehr funktioniert, gerät auch die notwendige Landesversorgung vielerorts ins Stocken.

Zugang zum Meer dank internationalem Abkommen

Doch woher kommt es, dass die Schweiz als Binnenland mit dem Waren- und Gütertransport per Schiffsweg so erfolgreich ist? Die Grundlage dafür bietet die sogenannte «Mannheimer Akte». Das ist ein 148-jähriges internationales Abkommen zwischen Preussen, Baden, Bayern, Frankreich, Hessen und den Niederlanden, das den Schiffsverkehr auf dem Rhein regelt. Die Prinzipien sind folgende: Dank dem Abkommen fallen keine Schifffahrtsabgaben an und eine behinderungsfreie Durchfahrt – beispielsweise im Falle eines Streiks – ist garantiert. Auch Zollabfertigungen werden dadurch stark vereinfacht. Zudem existieren einheitliche Vorschriften über die Schiffsicherheit und den Schiffsverkehr.

Die Grundsätze der «Mannheimer Akte» sind bis heute gültig. Im Jahr 1963 hat auch die Schweiz das Abkommen – das älteste völkerrechtliche Abkommen überhaupt – unterzeichnet. Mit diesem Schritt hat sich unser Land  über den Rhein den Zugang zum Meer gesichert. Lassen wir dieses Tor zu Welt auch künftig geöffnet, indem wir für eine gute Beziehung zu unseren europäischen Nachbarn einstehen.

Weitere spannende Informationen findest du unter folgendem Link:

Interview im «Tagesgespräch» mit André Auderset, Geschäftsführer der schweizerischen Vereinigung für Schifffahrt und Hafenwirtschaft: http://www.srf.ch/sendungen/tagesgespraech/andre-auderset-vereinigung-fu...