Die Sozialpartner der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) sind sich einig, dass die bilateralen Verträge I essenziell sind. Vertreter von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite haben sich deshalb heute an einer Medienkonferenz geschlossen gegen die Kündigungsinitiative der SVP gestellt. Diese will die Personenfreizügigkeit mit der EU kündigen, was automatisch sämtliche Abkommen der Bilateralen I zu Fall bringen würde. Der wirtschaftliche Schaden für die MEM-Industrie sowie für Arbeitnehmer wäre enorm.

Die Schweizer MEM-Industrie beschäftigt in der Schweiz über 320‘000 Angestellte. Die EU ist der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt der MEM-Branche, denn sie exportiert 60 Prozent ihrer Güter in die EU.  Wie wichtig die Bilateralen sind, erklärt Hans Hess, Präsident von Swissmem: «78 Prozent der Unternehmen der MEM-Industrie unterstreichen, dass die bilateralen Verträge für sie wichtig bis unverzichtbar sind».

SP-Nationalrat Corrado Pardini ist Mitglied der Geschäftsleitung und Sektorleiter Industrie der Unia und weiss: «Die Personenfreizügigkeit schafft Arbeit und Wohlstand, aber nur wenn die einheimischen Arbeitnehmer/innen vor Lohndumping geschützt werden. Die Personenfreizügigkeit gibt es deshalb nur zusammen mit den flankierenden Massnahmen und einer funktionierenden Sozialpartnerschaft, die Lohndumping und die Diskriminierung älterer Arbeitnehmender verhindern. Diese zu sichern, ist unsere gemeinsame Aufgabe». Auch SP-Ständerat und Präsident des Kaufmännischen Verbands Daniel Jositsch ist überzeugt: «Mit den bilateralen Verträgen hat die Schweiz eine gute, stabile Partnerschaft mit der EU aufgebaut. Wir erhalten dadurch Zugang zu grösseren Wirtschaftsräumen und politischen Institutionen und können auf Augenhöhe mit der EU verhandeln. Davon profitieren Schweizer Arbeitgeber wie auch Arbeitnehmende.»

Die Sozialpartner der Schweizer MEM-Industrie bilden eine geschlossene Front. Zu der gehören der Verband Angestellte Schweiz, die Unia, die Syna, der Kaufmännische Verband, die Schweizer Kader Organisation und Swissmem/ASM. Sie alle sind sich einig: Eine Annahme der Kündigungsinitiative würde dem Werkplatz Schweiz und dem Arbeitsmarkt einen grossen Schaden zufügen. Sie ist ein Frontalangriff auf die Schweiz.

Weitere Informationen: https://www.swissmem.ch/de/news-medien/news/die-sozialpartner-der-mem-industrie-stellen-sich-gemeinsam-gegen-die-kuendigungs-initiative-der.html