Innert wenigen Minuten füllte sich gestern die Eingangshalle des Theater Casinos in Zug mit Menschen. Es herrschte dichtes Gedränge und das Stimmengewirr wurde immer lauter. In diesem Fall freute uns das sehr. Denn der Anlass «Tag der Zuger Wirtschaft 2018 – lokale und globale Unternehmen: Was macht die Zuger Wirtschaft stark?», bei dem stark+vernetzt neben der Zuger Wirtschaftskammer und Interpharma als Co-Veranstalter aufgetreten ist, hat mehr als 450 interessierte Gäste angelockt.

Die Zuger Wirtschaft rollt – von der Dorfbäckerei zum international tätigen Life-Science-Konzern beheimatet Zug Akteure unterschiedlicher Grösse und Ausrichtung. Mehr als 100'000 Beschäftigte in über 17'000 Betrieben haben in den letzten Jahren zu einem stetigen Wachstum beigetragen. Wir wollten am gestrigen Abend in Zug der Frage nachgehen, wer die Kugel ins Rollen bringt und weshalb der Kanton Zug derart erfolgreich ist.

Nachdem Andreas Umbach, Präsident der Zuger Wirtschaftskammer, und Matthias Michel, Zuger Volkswirtschaftsdirektor, die Gäste begrüsst und ein paar interessante Fakten zum Kanton präsentiert haben, folge Natascha Schill, Managing Director Biogen Switzerland AG, mit einem Impulsreferat. Seit der Gründung der Firma 1978 in Genf, ist es eines der weltweit führenden Biotechnologie Unternehmen. Es vertreibt seine Medizinprodukte und Therapien in über 70 Länder und beschäftigt in der Schweiz rund 550 Mitarbeitende. Ohne hürdenfreie Zugänge zu internationalen Märkten würde das nicht funktionieren. «Die Schweiz ist eine Spitzenreiterin im Bereich Pharma. Um dies weiterhin bleiben zu können, brauchen wir die besten Talente aus der ganzen Welt. Nur hochqualifizierte Arbeitskräfte können die besten Medikamente und Therapien schaffen.», erklärt Schill. Weiter führt sie aus: «Die Schweiz war schon immer offen und hat stets einen engen Austausch mit dem Ausland gepflegt. Das ist insbesondere für den Erfolg unseres Forschungsplatzes zentral.».

Im Anschluss fand eine Podiumsdiskussion statt. Peter Speck, Mitinhaber der Confiserie Speck, illustrierte schön, dass auch regionale KMU von international tätigen Unternehmen in der Schweiz profitieren: «Seit unserer Gründung im Jahr 1895 hat sich unsere Kundschaft stark verändert. Die Belieferung von international tätigen Firmen wird zunehmend wichtig. Dank den grossen Unternehmen konnten wir unser Online-Geschäft und unsere Tätigkeiten bei den Auslieferungen ausbauen. Wir wandeln uns zunehmend zu einem Gastronomiebetrieb.». Auch Andy Tonazzi, CEO konplan systemhaus ag, stimmte dem zu: «Unsere Kunden und Zulieferer sind je länger je mehr global unterwegs. Deshalb sind auch wir auf einen hürdenfreien Marktzugang im Ausland angewiesen.».

Das Schlusswort hielt René Buholzer, Generalsekretär von Interpharma. Er wies auf die Bedeutung eines permanenten Dialogs zwischen der Schweiz und den internationalen Handelspartnern hin und erklärte: «Die Schaffung von Rahmenbedingungen, die Raum für Innovation und Weiterentwicklung zulassen, sind absolut essenziell.». Dazu gehöre auch eine offene und starke Schweiz.

Mit grossem Applaus ging ein europapolitisch wichtiger Anlass in Zug zu Ende – nicht aber die weiteren Diskussionen. Beim Apéro schliesslich wurde noch bis in den späten Abend fleissig weiter debattiert.