Als 1975 die Europäische Weltraumagentur (ESA) gegründet wurde, zählte die Schweiz zu den Gründungsmitgliedern. Heute umfasst die Organisation, deren bekannteste Aushängeschilder die Ariane-Raketen sind, 22 Staaten. ESA-Missionen sorgten in den letzten Monaten und Jahren immer wieder für Schlagzeilen – beispielsweise das Rosetta-Programm oder das Projekt MarsExpress. Dank ihrem Weltraumteleskop Gaia konnte die Agentur soeben die bisher genaueste Himmelskarte mit über einer Milliarde verzeichneten Sterne publizieren. Doch die ESA forscht nicht nur im All, sie fördert auch technische Innovationen auf der Erde. Gemeinsam mit dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) hat die Agentur nun ein umfassendes Förderprogramm für Raumfahrt-Start-ups in der Schweiz lanciert.

Die Ausschreibung für dessen Durchführung hat die ETH gewonnen, die bereits jahrzehntelange Erfahrung in der Förderung von Jungunternehmen hat. Eröffnet wird das sogenannte ESA Business Incubation Centre am 10. November 2016 in Zürich. Gefördert werden einerseits Innovationen für die Raumfahrt, andererseits aber auch der Transfer dieser Erfindungen in andere Anwendungsbereiche. Das Programm, das zu 60 Prozent durch Partner aus der Wirtschaft finanziert wird, kann bis zu zehn Starts-ups proJahr mit maximal je 500‘000 Franken fördern.

Norbert Hübner von der ESA setzt grosse Hoffnungen ins neue Projekt. Dieses werde nicht nur den entsprechenden ESA-Programmen, sondern auch der Schweiz weit über die Raumfahrtindustrie hinaus frische Impulse geben. Einmal mehr ist es also die enge Zusammenarbeit innerhalb Europas, die der Schweiz als Innovationsweltmeisterin den Rücken stärkt.