Versteckt hinter verspiegelten Fenstern und entlegen im beschaulichen Weggis tüfteln sie an den Maschinen, die das Herz der bekanntesten Kaffeekette der Welt zum Schlagen bringen. Fast 21 000 Läden hat Starbucks weltweit, die Kaffeemaschinen darin stammen von den 225 Mitarbeitenden der Firma Thermoplan am Vierwaldstättersee. Kaum einer kennt Thermoplan, das 98 Prozent seiner Produkte exportiert. Thermoplan ist somit ein typischer Hidden Champion. Diese Unternehmen sind jeweils unter den weltweiten Top 3 in ihren Märkten und sie setzen pro Jahr nicht weniger als drei Milliarden Euro um. Die Hidden Champions haben nebst ihrer Marktführerschaft und Anonymität noch etwas anderes gemein: Solche Unternehmen gibt es häufig in der Schweiz, aber auch in Österreich und insbesondere in Deutschland. 1316 Hidden Champions zählt Mittelstandsforscher Hermann Simon in diesen Regionen, die sich historisch gesehen aus vielen Kleinstaaten gebildet haben. Deswegen mussten Firmen hier von Beginn an über die eigenen Landesgrenzen schauen, um zu überleben.

Dass es so viele Hidden Champions in Deutschland und der Schweiz gibt, hat auch mit der Uhrenindustrie zu tun, die seit dem 19. Jahrhundert über dem Jurabogen bis in den Schwarzwald floriert. Diese Unternehmen brauchen von Beginn an geschickte und erfinderische Feinmechaniker. Um solche klugen Köpfe auszubilden, müssen die Gebiete ihr Bildungssystem auf Vordermann bringen. Fortan können angehende Erfinder und Tüftler das Handwerk in der Berufslehre üben und gleichzeitig die Grundlagen in der Schule pauken. Da danach nicht alle in der Uhrenindustrie arbeiten können, freuen sich auch andere Branchen über die jungen Talente. Das duale Bildungssystem garantiert bis heute Innovation in der Schweiz, Österreich und Deutschland.