Die vom Bund gestern veröffentlichte Ausländerstatistik 2019 zieht Bilanz über die Zuwanderung in die Schweiz. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Zuwanderung blieb im Jahr 2019 weiterhin stabil. Weniger oft wanderten Angehörige aus Drittstaaten in die Schweiz ein. Bei ihnen ging die Zuwanderung um 1,8 Prozent zurück. Dafür machten Personen aus einem EU- oder Efta-Land mit einem Plus von 1,3 Prozent im Vergleich zu 2018 die Schweiz leicht öfter zu ihrer neuen Wahlheimat. Im Vergleich zum Rekordjahr 2013 (Wanderungssaldo: 60'957 Personen) war 2019 aber ein sehr deutlicher Rückgang zu beobachten (Wanderungssaldo: 31’965 Personen).

Dringend gesucht: Fachkräfte

Betrachtet man die Gründe für einen Umzug in die Schweiz, sticht vor allem einer ins Auge: die Erwerbstätigkeit. Rund 78 Prozent der Zuwanderer aus EU- oder Efta-Ländern kamen aufgrund einer Arbeitsbeschäftigung in die Schweiz. Und dabei sind sie hoch gefragt. Denn Unternehmen verschiedener Branchen, wie jene im Gastgewerbe, dem Industrie- und Bausektor oder dem Beratungs- und Informatiksektor, haben seit geraumer Zeit Schwierigkeiten, geeignetes Fachpersonal zu finden. Und genau hier kommen die zugewanderten Menschen aus Europa ins Spiel. Schliesslich sind sie es, die sich in der Schweiz am Bau von Brücken, Strassen und Gebäuden beteiligen (15 Prozent) oder, je nach Beruf leckere Speisen auf den Teller zaubern sowie Gäste betreuen und beraten (22 Prozent). Zudem unterstützen 23 Prozent der zugewanderten Europäerinnen und Europäer Schweizer Unternehmen in Informatikanliegen und helfen so, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Kündigungsinitiative verschärft Fachkräftemangel zusätzlich

Zuwanderer aus EU- und Efta-Ländern können zwar helfen den hiesigen Fachkräftemangel zu bekämpfen, doch die Lage bleibt kritisch. Denn der Schweiz fehlt nach wie vor gut qualifiziertes Fachpersonal. Diese Situation könnte sich in Zukunft sogar noch verschärfen. Am 17. Mai stimmt das Schweizer Stimmvolk nämlich über die Kündigungsinitiative ab. Diese will, wie der Name schon sagt, die Personenfreizügigkeit mit der EU aufkünden. Bei einer Annahme würde es für Schweizer Unternehmen noch schwieriger, hochqualifizierte Arbeitskräfte aus unseren Nachbarländern einzustellen. Dies würde nicht nur der Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen sondern auch unserem Wohlstand langfristig schaden – dies insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass bei Kündigung der Personenfreizügigkeit aufgrund der «Guillotine-Klausel» auch alle anderen bilateralen Verträge wegfallen. Aus Sicht von stark+vernetzt verdient die Kündigungsinitiative deshalb an der Urne ein klares Nein.

Weitere Informationen zur Kündigungsinitiative gibt es in unserem Faktenblatt nachzulesen.