Warum wir uns für eine
konstruktive Europapolitik einsetzen.

Wer exportieren will, braucht Marktzugang

Den Wert guter Handelsbeziehungen haben unsere Vorfahren früh erkannt: Schon zur Zeit der Römer haben sie Waren über den Jura und die Alpen transportiert, um ihren Wohlstand zu vergrössern. Heute ist die internationale Vernetzung zu einem ganz zentralen Element für den wirtschaftlichen Erfolg unseres kleinen Landes geworden. Jeden zweiten Franken verdienen wir im Ausland. Exportieren liegt uns. Am liebsten in die Nachbarregionen. Deshalb sind hier ansässige Unternehmen darauf angewiesen, dass die Politik mithilft, diese Beziehungen zu sichern und weiter zu stärken.

Dazu zählen ganz wesentlich die bilateralen Verträge mit der Europäischen Union. Seit sie 2002 in Kraft gesetzt wurden, hat sich die Schweiz von einem wirtschaftlichen Sorgenkind in einen konstant brummenden Wirtschaftsmotor verwandelt. Jährlich haben Schweizerinnen und Schweizer mehr Einkommen in der Tasche dank den Bilateralen. Jetzt mehr erfahren in unserem Faktenblatt. stark+vernetzt setzt sich überzeugt für die Weiterführung dieses Erfolgswegs ein.

Das Völkerrecht sichert unsere Souveränität

1815 ist es der Schweiz gelungen, am Wiener Kongress die völkerrechtliche Anerkennung als unabhängiger und neutraler Staat zu erreichen – eine Stellung, auf die wir heute noch stolz sind. Wenn rechtsnationale Kreise nun im Namen der Souveränität zum Angriff auf das Völkerrecht blasen, ist das ein Schuss in den eigenen Fuss. Ins gleiche Kapitel gehört die seit Jahren geschürte Angst vor «fremden Richtern». Wie soll die Schweiz für Interessen einstehen, wenn Verträge nicht eingehalten werden und es keine Stelle gibt, wo sie ihr Recht einfordern kann?

Auch die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen hat sich bisher immer bezahlt gemacht: Wo der Kleinstaat allein wenig ausrichten kann, dort können sich die UNO, die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), der Europarat, oder eben die EU durchaus Gehör verschaffen. Politisch wie wirtschaftlich gilt für unser Land deshalb: Stark ist, wer sich gut vernetzt (mehr erfahren).

Innovation entsteht nur durch Vernetzung

Die Schweiz fördert keine Bodenschätze und ist auch kein Standort für billige Massenproduktion. Wohlhabend und stark sind wir vor allem dank Wissen und Erfindergeist. Die hohe Qualität der wissenschaftlichen Arbeit steigt zusätzlich, wenn wir uns die besten Partner in ganz Europa aussuchen und uns mit ihnen austauschen können. Nicht nur Hochschulen können so die hellsten Köpfe aus aller Welt anlocken, sondern die Schweiz wird auch für innovative Unternehmen interessanter.

Deshalb ist das Forschungsabkommen mit der Europäischen Union für die Schweiz so wichtig. Dank ihm sind unsere Forscherinnen und Forscher an der Weltspitze und es garantiert den vollen Zugang zu grossen Forschungsprogrammen wie «Horizon 2020». Seit dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative sind diese Möglichkeiten aber stark eingeschränkt. Im Moment ist noch völlig unklar, in welcher Form sich die Schweiz ab 2021 am Nachfolgeprogramm «Horizon Europe» wird beteiligen können. Und auch für das sehr erfolgreiche Studenten-Austauschprogramm «Erasmus+» gibt es nur noch ein Provisorium. Wollen wir Innovationsweltmeister bleiben, müssen wir solche Rückschläge verhindern. Erfahre mehr dazu in den Faktenblättern «Erasmus+» und «Horizon Europe».

Die Schweiz ist vielfältig, weil sie offen ist

Der intensive Austausch mit unseren Nachbarn bereichert die kulturelle Vielfalt der Schweiz. In kaum einem anderen Land findet man derart viele Kulturen, Sprachen und Dialekte sowie Lebens- und Denkweisen auf so kleiner Fläche. Diese Offenheit zeigt sich auch beim Heiraten: Bei mehr als 35 Prozent aller im Jahr 2018 in der Schweiz geschlossenen Ehen hatte einer der Partner keinen roten Pass. Vor allem in den grenznahen Gebieten ist man es sich seit langem gewohnt, mit den ausländischen Nachbarn eng zusammenzuarbeiten.

Wir haben über die Jahrhunderte immer wieder Einflüsse von diesen aufgenommen – und umgekehrt. Das hat beide Seiten bereichert und tut es heute mehr denn je. Darum ist es sinnvoller, die Brücken zu verstärken, anstatt sie einzureissen. Das ist gelebte Verantwortung, ohne die schweizerische Eigenständigkeit aufzugeben (mehr erfahren).