Warum wir uns für eine
konstruktive Europapolitik einsetzen.

Wer exportieren will, braucht Marktzugang

Den Wert guter Handelsbeziehungen haben unsere Vorfahren früh erkannt: Schon zur Zeit der Römer haben sie Waren über den Jura und die Alpen transportiert, um ihren Wohlstand zu vergrössern. Heute ist die internationale Vernetzung ist zu einem ganz zentralen Element für den wirtschaftlichen Erfolg unseres kleinen Landes geworden. Und die Unternehmen sind darauf angewiesen, dass die Politik mithilft, diese Beziehungen zu stärken.

Dazu zählen ganz wesentlich die Bilateralen Verträge mit der Europäischen Union. Seit sie in Kraft gesetzt wurden, hat sich die Schweiz von einem wirtschaftlichen Sorgenkind in einen konstant brummenden Wirtschaftsmotor verwandelt. Sogar die weltweite Finanzkrise oder der starke Franken konnten ihn nicht ernsthaft ins Stottern bringen. Lassen wir aber die Beziehungen zu Europa in die Brüche gehen, stehen wir voll aufs Bremspedal (mehr erfahren).

Das Völkerrecht sichert unsere Souveränität

1815 ist es der Schweiz gelungen, am Wiener Kongress die völkerrechtliche Anerkennung als unabhängiger und neutraler Staat zu erreichen – eine Stellung, auf die wir heute noch stolz sind. Wenn rechtsnationale Kreise nun im Namen der Souveränität zum Angriff auf das Völkerrecht blasen, ist das ein Schuss in den eigenen Fuss. Ins gleiche Kapitel gehört die seit Jahren geschürte Angst vor «fremden Richtern». Wie soll die Schweiz für Interessen einstehen, wenn Verträge nicht eingehalten werden und es keine Stelle gibt, wo sie ihr Recht einfordern kann?

Auch die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen hat sich bisher immer bezahlt gemacht: Wo der Kleinstaat allein wenig ausrichten kann, dort können sich die UNO, die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), der Europarat, oder eben die EU durchaus Gehör verschaffen. Politisch wie wirtschaftlich gilt für unser Land deshalb: Stark ist, wer sich gut vernetzt (mehr erfahren).

Innovation entsteht nur durch Vernetzung

Die Schweiz fördert keine Bodenschätze und ist auch kein Standort für billige Massenproduktion. Wohlhabend und stark sind wir vor allem dank Wissen und Erfindergeist. Wer in der Schweiz forscht, findet nahezu ideale Voraussetzungen. Sieben Schweizer Hochschulen zählen zu den Top-150 der Welt. Grosse Unternehmen haben ihre Forschungsabteilungen hier angesiedelt. Sie alle pflegen eine enge Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern auf der ganzen Welt.

Deshalb ist das Forschungsabkommen mit der EU für die Schweiz so wichtig. Es garantiert den vollen Zugang zu grossen Forschungsprogrammen wie «Horizon 2020». Seit dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative sind diese Möglichkeiten aber stark eingeschränkt. Und auch für das sehr erfolgreiche Studenten-Austauschprogramm «Erasmus+» gibt es nur noch ein Provisorium. Wollen wir Innovationsweltmeister bleiben, müssen wir solche Rückschläge verhindern (mehr erfahren).

Die Schweiz ist vielfältig, weil sie offen ist

Für die Kooperation mit anderen Nationen ist die Schweiz wie gemacht. In kaum einem anderen Land findet man derart viele Kulturen, Sprachen und Dialekte, Lebens- und Denkweisen auf so kleiner Fläche. Diese Offenheit zeigt sich auch beim Heiraten: Bei mehr als 36 Prozent aller im Jahr 2013 in der Schweiz geschlossenen Ehen hatte einer der Partner keinen roten Pass. Vor allem in den grenznahen Gebieten ist man es sich seit langem gewohnt, mit den ausländischen Nachbarn eng zusammenzuarbeiten.

Wir haben über die Jahrhunderte immer wieder Einflüsse von diesen aufgenommen – und umgekehrt. Das hat beide Seiten bereichert und tut es heute mehr denn je. Darum ist es sinnvoller, die Brücken zu verstärken, anstatt sie einzureissen. Das ist gelebte Verantwortung, ohne die schweizerische Eigenständigkeit aufzugeben (mehr erfahren).