Draussen dunkelte es langsam ein, das Thermometer fiel ein paar Striche nach unten und trotz Sommer regnete es immer stärker. Von dieser trüben Stimmung war heute Abend im Kultur- und Kongresshaus Aarau jedoch nichts zu spüren. Im Gegenteil. Die Vorträge von Referenten, die Statements von Podiumsteilnehmenden sowie die persönlichen Gespräche beim anschliessenden Apéro sprachen eine andere Sprache. Obwohl die Schweizer Europapolitik mehr denn je gefordert ist, waren die Aussagen bereichernd, ermutigend, machten uns stolz und liessen auch positiv in die Zukunft stimmen.

Aargau ein Spitzenkanton beim Export

Urs Hofmann, Landammann und Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Aargau, verdeutlichte die Bedeutung von guten und stabilen Handelsbeziehungen gleich an mehreren Beispielen. So erklärte er unter anderem, dass der Aargau ein Spitzenkanton ist, wenn es um den Export geht. «Rund 95'000 Arbeitsplätze bei uns sind in der Exportbranche angesiedelt.», verdeutlichte er. Das ist fast ein Drittel aller Beschäftigungen im Aargau. Diese Offenheit hat den Kanton stark und wettbewerbsfähig gemacht und soll auch in Zukunft erhalten bleiben.

In dieselbe Richtung zielt Matthias Leuenberger, Präsident Novartis Schweiz. Für das Unternehmen ist der Kanton Aargau der grösste und wichtigste Produktionsstandort in der Schweiz. Ein Drittel aller Exportleistungen gehen direkt in den europäischen Markt. «Die Bilateralen sind für uns absolut zentral.», führte Matthias Leuenberger aus. Deshalb setzte er auch ein klares Zeichen gegen die SVP-Kündigungsinitiative: «Die Kündigungsinitiative ist ein direkter Angriff auf die Bilateralen. Das wollen wir nicht. Deshalb braucht es ein klares Nein.»

Auf die Bilateralen angewiesen

Jürg Erismann, Leiter Roche Standorte Basel und Kaiseraugst, wies auf die Problematik der Fachkräfte hin. «Wir sind darauf angewiesen, ohne grosse Bürokratie genügend gut qualifizierte Fachkräfte zu erhalten. Ohne Bilaterale wäre das nicht möglich». Ein schönes Schlusswort lieferte die Präsidentin der Aargauischen Industrie- und Handelskammer (AIHK) Marianne Wildi: «Unternehmertum ohne Offenheit funktioniert nicht. Die Isolation ist keine Lösung.»

Über 100 Gäste besuchten heute Abend die Veranstaltung «Lokale und globale Unternehmen – was macht die Aargauer Wirtschaft stark?», die von Interpharma und der AIHK organisiert und von stark+vernetzt unterstützt wurde.