Bilaterale Abkommen – Fluch oder Segen für die Schweiz? Die Diskussionen rund um das Thema «Bilaterale» brechen seit vielen Jahren nicht ab. Während im deutschsprachigen Raum und in der Westschweiz die Zeichen seit Längerem positiv stehen und die bilateralen Verträge mit der Europäischen Union als Erfolgsrezept gelten, verliefen die Debatten im Tessin dagegen seit jeher um einiges hitziger und tendenziell in Richtung Abschottung. So erstaunt es auch nicht, dass 2014 die Masseneinwanderungsinitiative (MEI) mit hohen 68,2 Prozent Ja-Anteil angenommen wurde.

Sinneswandel im Tessin

Umso erfreulicher ist es nun zu sehen, dass sich bei der Tessiner Stimmbevölkerung ein Sinneswandel abzeichnet. Nach der klaren Annahme der MEI wurde im letzten Herbst die Selbstbestimmungsinitiative mit 53,9 Prozent überraschend abgelehnt und gemäss jüngsten Umfragen hat auch die Kündigungsinitiative der SVP und der Auns einen schweren Stand. Der Wert der Bilateralen wird wieder stärker anerkannt. 40 Prozent sehen Vorteile, während 26 Prozent durch die Bilateralen eher Nachteile befürchten.

Zwar gibt es noch viele skeptische und unentschlossene Stimmen, aber die Vorteile respektive der Nutzen der Bilateralen wird je länger je mehr ersichtlich. Denn ein hindernisfreier Zugang zum europäischen Binnenmarkt – und damit zu unserem wichtigsten Handelspartner – sind von grundlegender Bedeutung. Die Schweiz ist eines der innovativsten Länder der Welt und für andere Länder eine Handelspartnerin auf Augenhöhe. Das gilt auch für unseren Südkanton. Denn auch die Tessiner Wirtschaft macht keinen Halt vor Landesgrenzen (Import und Export). Die bilateralen Verträge betreffen uns Schweizerinnen und Schweizer daher alle – egal, in welchem Kanton wir wohnhaft sind. Deshalb soll die Schweiz den erfolgreichen Weg mit den Bilateralen weitergehen und hinsichtlich isolationistischen Abstimmungsvorlagen verteidigen.

Branchenvertreter erzählen

Inwiefern der Kanton Tessin von den bilateralen Abkommen profitiert, erfahren Sie in unserem Storybook «10 Tessiner Erfahrungen mit den Bilateralen» (nur auf Italienisch erhältlich). Darin werden zehn im Tessin tätige Persönlichkeiten aus verschiedenen Branchen porträtiert, die erzählen, welchen Nutzen ihnen die bilateralen Verträge bringen. Davon profitiert die Tessiner Wirtschaft wie auch die Gesellschaft. Und es ermöglicht dem Kanton, nicht nur auf dem nationalen, sondern auch auf dem internationalen Parkett wettbewerbsfähig zu bleiben.

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Medienmitteilung europapolitische Umfrage von Interpharma
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