1. Wetterdaten

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Satellitenbild. Bild: Eumetsat

 

Worum gehts? Wettersatelliten, die im Weltall herumfliegen, beliefern uns täglich, ja stündlich, mit zuverlässigen Daten über das Wetter. Stürme, Glatteis oder Gewitter können so vorausgesagt werden.

 

Wie ist die Schweiz dabei? Die Schweiz ist Gründungsmitglied der 1986 ins Leben gerufenen EUMETSAT, einer zwischenstaatlichen Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten. Diese sorgt in Zusammenarbeit mit der ESA für den Betrieb der europäischen Wettersatelliten.

 

  1. Flugnavigation

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Rega-Helikopter bei der Landung im Gebirge. Bild: Matthias Zepper/Wikimedia

 

Worum gehts? Mit dem europäischen Satellitennavigationssystem EGNOS werden die Signale des amerikanischen GPS-Systems ergänzt. EGNOS erlaubt es beispielsweise der Rega, auch bei schwierigem Wetter auszurücken und gewährleistet mehr Sicherheit und eine raschere Rettung.

 

Wie ist die Schweiz beteiligt? EGNOS wird auf allen Flughäfen in der Schweiz und den Helikopterbasen der Rega schrittweise eingeführt. Das gemeinsame Projekt von ESA, EU und der europäischen Flugsicherung Eurocontrol soll ab 2020 in Vollbetrieb sein und mit 30 Satelliten den gesamten Globus abdecken.

 

  1. Satelliten-Navigation  

    Was? Das «Navi» ist auch aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken: Wir brauchen es beim Wandern, Autofahren, Segeln und auf dem Städtetrip. Dabei erwarten wir ganz mittlerweile eine Genauigkeit von wenigen Metern oder sogar Zentimetern.

 

Der Beitrag der Schweiz: Atomuhren aus der Schweiz ergänzen das Satelliten-Navigationssystem zur genaueren Positionsbestimmung. Solche Atomuhren werden in der Schweiz, genauer bei der Firma Spectratime in Neuenburg, hergestellt.

 

  1. Ernährungssicherheit

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Worum gehts? Dürre und Überschwemmungen bedrohen immer wieder die Reisernte in Asien. Hungersnöte und Engpässe sind die Folge davon. Die Satelliten des Projekts RIICE helfen dabei, die Gefahr von Dürren oder Überschwemmungen frühzeitig zu erkennen und zur Ernährungssicherheit beizutragen.

 

Wie ist die Schweiz beteiligt? Das technische Knowhow für RIICE stammt aus der Schweiz, wo auch alle Satellitendaten verarbeitet werden. Anhand der Daten lässt sich das Pflanzenwachstum genau verfolgen und Unwetterschäden ermitteln.

 

  1. Ariane-Raketenstarts

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Am 21. Dezember 2016 startete eine Ariane-Rakete in Französisch-Guiana mit zwei Telekom-Satelliten.

 

Was? Mit der europäischen Ariane-Rakete werden Satelliten ins Weltall transportiert. Diese empfindliche Teile, die an der Spitze der Rakete ins Weltall reisen, müssen gut geschützt werden – vor enormer Hitze und massiver Erschütterung.

 

Wie ist die Schweiz beteiligt? Bei RUAG Space wird der spezielle Schutz, die sogenannte Nutzlastverkleidung, hergestellt. Es handelt sich dabei um eine aerodynamisch geformte 17 Meter grosse Haube, die ganz vorne auf der Rakete die unter ihr eingekapselten Satelliten schützt. Inzwischen können die Ingenieure von RUAG Space auf mehr als 250 erfolgreiche Weltraumflüge zurückblicken.

 

  1. Forschung auf der ISS

Worum es geht: Die Internationale Raumstation ISS ist die höchstgelegene Forschungsstation. In rund 410 Kilometern Höhe werden Experimente aus Biologie, Humanmedizin, Materialwissenschaften, Astrophysik und physikalischer Grundlagenforschung durchgeführt.

 

Wie ist die Schweiz beteiligt? Die ESA-Beteiligung der Schweiz erlaubt unter anderem Langzeitmissionen europäischer Astronauten. Zudem ist auch die Schweizer Industrie an der ISS beteiligt. Sie lieferte diverse Beiträge für die Entwicklung des Raumlabors und des Beobachtungsturms auf der ISS.

 

  1. Weltraumsonde Rosetta

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Die Weltraumsonde Rosetta beim Kometen Tschurjumow-Gerassimenko. Bild: ©ESA

 

Worum geht’s? Was haben wir mitgefiebert! Am Mittag des 30. September 2016 prallte die Raumsonde Rosetta auf dem unförmigen Kometen Tschurjumow-Gerassimenko, mehr als 720 Millionen Kilometer von uns entfernt, auf.

 

So war die Schweiz dabei: Mit dabei war Rosina (Rosetta Orbiter Sensor for Ion and Neutral Analysis), das Schweizer Massenspektrometer, das an der Universität Bern entwickelt wurde. Es sendete während zwei Jahren Daten an die Erde zurück. Dank Rosina konnten Rückschlüsse auf die Entstehung unseres Sonnensystems, der Sonne und der Planeten gemacht werden.

 

  1. Die Cheops-Mission

Was? Auf der Suche nach neuen Planeten und Anzeichen von Leben ausserhalb unseres Sonnensystems: Das ist die Cheops-Mission. Mit einem Teleskop soll die Weltraummission herausfinden, wie diese Planeten beschaffen sind.

 

Wie ist die Schweiz beteiligt? Die Schweiz teilt sich bei der Cheops-Mission die Leitung mit der ESA. Sie übernimmt Verantwortung für das Planen, Entwickeln und Ausführen der Weltraummission und damit eine neue Führungsrolle in der europäischen Raumfahrt. Zudem wurden wichtige Bodeninstrumente für die Cheops-Mission in der Schweiz entwickelt.

 

  1. Weltraumschrott einsammeln

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Weltraumschrott in der erdnahen Umlaufbahn über dem Nordpol. Bild: ESA

 

Worum gehts? Auch im All fliegt immer mehr Schrott herum: Ausgediente Satelliten, Gesteinsbrocken, kleinste Abfallteile. Die Teilchen sind nicht ungefährlich: Bei einer Kollision mit einem Teilchen von einem Zentimeter Durchmesser wird die Energie einer explodierenden Handgranate freigesetzt.

 

So ist die Schweiz dabei: Forschende des Astronomischen Instituts der Universität Bern suchen mit Teleskopen nach solchen kleinen Raumschrottteilen in den Erdumlaufbahnen. Sie entwickeln Methoden, um die Zahl der Schrottobjekte zu vermindern und entwickeln einen «Räumroboter».

 

Quelle: Die Schweiz im Weltall Spitzenforschung und Hightech – auch für den Alltag