Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) hat eine neue Studie über die Auswirkungen der Beteiligung der Schweiz an den europäischen Forschungsrahmenprogrammen (FRP) veröffentlicht. Dazu wurden 878 Teilnehmer an den bisherigen Forschungsrahmenprogrammen befragt. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Forschungszusammenarbeit der Schweiz und der EU ist eine Erfolgsgeschichte. Nicht nur führt sie zu mehr Patenten und Produkten sondern auch zu mehr Firmengründungen und zu mehr Arbeitsplätzen.

Mehr Arbeitsplätze dank Forschungsrahmenprogrammen

Schweizer KMU beteiligten sich besonders oft an den europäischen Forschungsrahmenprogrammen. Fast die Hälfte aller europäischen Projekte mit Schweizer Beteiligung bestehen nämlich aus Kooperationen von Hochschulen und Unternehmen. Diese sind in 62 Prozent der Fälle KMU. Dank den Projekten wurden auch neue Arbeitsplätze geschaffen, wie die SBFI-Studie aufzeigt: So gaben über ein Drittel der befragten KMU an, aufgrund der FRP-Teilnahme mindestens eine neue permanent angestellte Person zu beschäftigen. Zusätzlich wurden im Schnitt pro Projekt zwei neue temporäre Stellen geschaffen. In rund jedem zehnten Projekt ist sogar ein neues Spin-off oder Start-up gegründet worden.

2020 ist entscheidend für die Schweizer Forschung

2020 wird sich nun entscheiden, ob die Erfolgsgeschichte der Forschungszusammenarbeit fortgesetzt werden kann. Denn bis im Dezember muss die Schweiz mit Brüssel klären, wie stark sie sich am neuen europäischen Forschungsrahmenprogramm (FRP 9) «Horizon Europe» und weiteren Programmen beteiligen kann. Zudem entscheidet sich voraussichtlich im Mai an der Urne, ob das Forschungsabkommen mit der EU zusammen mit dem ganzen Paket der Bilateralen I gekündigt werden muss. Dies wäre der Fall, falls die Kündigungsinitiative angenommen würde. Diese will die Personenfreizügigkeit mit der EU kündigen. Aufgrund der sogenannten «Guillotine-Klausel» kann ein Abkommen der Bilateralen I aber nicht einzeln gekündigt werden, sondern nur im Paket mit den anderen sechs Abkommen. Für stark+vernetzt unterstreichen die Studienergebnisse in aller Deutlichkeit, wie wichtig eine direkte Beteiligung der Schweiz an den europäischen Forschungsprogrammen ist. Deshalb verdient die Kündigungsinitiative im Mai ein klares Nein an der Urne.

Mehr Infos in unserem Faktenblatt zur Forschungszusammenarbeit: 

https://my.abstch.ch/page/-/Kamp-Europa/DE/Downloads/Faktenblatt_Horizon2020_v2.pdf