Die Schweiz und der Strom – Hochspannung oder doch keine Gefahr?

Adam - Team s+v
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26 November 2021 Lesezeit: 2 Minuten
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Strom durch Wald
Aufgrund ihrer geographischen Lage mitten in Europa ist die Schweiz eng verbunden mit den umliegenden Regionen. Der Strombereich ist hierbei keine Ausnahme. Kein anderes Land auf der Welt hat so viele NetzanschlĂŒsse zu NachbarlĂ€ndern – 41 um genau zu sein – wie die Schweiz! Die internationale Vernetzung der Strominfrastruktur erlaubt es der Schweiz, flexibel und verlĂ€sslich auf den Stromverbrauch des Landes zu reagieren. Das bedeutet aber auch, dass wir zeitweise auf Importe aus dem europĂ€ischen Raum angewiesen sind, zumal die Versorgung auch in den kalten Wintermonaten sichergestellt werden muss.

Wo bleibt das Stromabkommen?

Ein geregeltes VerhĂ€ltnis zur EuropĂ€ischen Union (EU) ist somit essenziell, um die Netzsicherheit der Schweiz auch in Zukunft zu gewĂ€hrleisten. Die Verhandlungen zu einem Stromabkommen mit der EU laufen schon seit 2007. Ein solches Abkommen wĂŒrde eine schweizerische Teilnahme am europĂ€ischen Strombinnenmarkt ermöglichen und die inlĂ€ndische Versorgungssicherheit verstĂ€rken. Obwohl die Stromthematik nicht im Verhandlungsmandat zum institutionellen Rahmenabkommen enthalten war, fĂŒhrte dessen Abbruch seitens Bundesrat nichtsdestotrotz auch zu einer Blockade im Strombereich. Der Abschluss eines Stromabkommens ist in weite Ferne gerĂŒckt.

Ab 2025 könnte es fĂŒr die Schweiz knapp werden

Das ist insbesondere problematisch, weil die EU auch im Strombereich eine tiefere europĂ€ische Integration anstrebt, von welcher die Schweiz als Drittstaat ohne Vereinbarung momentan ausgeschlossen ist. Bis zum Jahr 2025 sollen die EU-Mitgliedstaaten mindestens 70 Prozent ihrer StromkapazitĂ€t fĂŒr den grenzĂŒberschreitenden Handel innerhalb der Union zur VerfĂŒgung stellen. Einerseits wĂŒrde dies in der Schweiz zu einer Zunahme von ungeplanten StromflĂŒssen fĂŒhren, was die GefĂ€hrdung der NetzstabilitĂ€t und höhere Stromkosten zur Folge hĂ€tte. Andererseits mĂŒssten Mitgliedstaaten – darunter auch wichtige NachbarlĂ€nder der Schweiz – ExportkapazitĂ€ten an Drittstaaten abbauen, um die 70 Prozent-HĂŒrde erfĂŒllen zu können. Die schweizerische Versorgungssicherheit könnte somit arg in BedrĂ€ngnis geraten.

Das heisst: Ohne eine Normalisierung der Beziehungen zur EU und einem entsprechend geregelten Strommarkt stehen wir spÀtestens bis 2025 vor bedeutenden Versorgungsproblemen. Dieses Risiko darf und kann die Schweiz nicht eingehen. Es braucht eine rasche und umfassende Lösung zur Ausgestaltung der Beziehung zwischen der Schweiz und der EU, denn die Schweizer Europapolitik steht wortwörtlich unter Strom.

Hier erfĂ€hrst du mehr ĂŒber das Thema Versorgungssicherheit beim Strom: