12.03.2021 -
Irina Steiner

Zielort Berlin

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Junge Menschen in Berlin
Die Pandemie macht uns wieder bewusst, wie wertvoll es ist, sich ohne Rücksicht auf Landesgrenzen frei bewegen zu können.

Eine Klasse auf Schwerpunktfachreise. Das tönt nach Spass und vielen Fotos. Einziger Haken: Wir stecken gerade mitten in einer Pandemie. Wir wissen weder, wie die Situation im Herbst aussehen wird, noch ob wir überhaupt gehen können. Die Reise nach Berlin wäre für mich nach fast einem Jahr wieder der erste Aufenthalt ausserhalb der Schweiz. Momentan ist mein grösster Ausflug der in die Migros, um mich mit Snacks für die nächste Staffel meiner Netflix-Serie zu versorgen.

Es ist sowieso gerade schwierig zu verreisen. Corona zeigt uns, dass die Bewegungsfreiheit, an die wir uns in Europa so sehr gewöhnt haben, eben keine Selbstverständlichkeit ist. Manche Länder haben ihre Grenzen geschlossen. Dann gibt es solche, in die man zwar einreisen kann, aber dann ist dort alles zu. Oder man muss in Quarantäne. Zwei Wochen eingeschlossen im Hotel ist dann auch nicht das, was man sich erträumt. Dort heisst es dann wieder: Netflix und Snacks. Zuhause hat man mindestens noch seine Kuscheldecke, mit der es die Hoteldecke nicht aufnehmen kann.

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Und doch bleibe ich positiv: Berlin, wir kommen! Ich freue mich auf die grosse, mir unbekannte Stadt. Bis jetzt verliefen Klassenreisen immer gleich: nach einer langen Zug- und Busfahrt landet man in einem abgelegenen Schweizer Dorf. Nachdem man dann die ‘absolut spannende’ Jugendherberge erkundet hat, lautet das Programm für den Rest der Woche: endlose Wanderwege ablaufen. Die einzige Abwechslung ist vielleicht ein Abstecher in einen Seilpark – aber auch nur, weil der gerade am Weg liegt.

In Berlin kann ich auch endlos weit laufen, aber ich kann dabei etwas völlig Neues entdecken. Nämlich süsse Läden und neue Cafés und vielleicht mit ein paar Deutschen quatschen, auch wenn ich sie nur nach dem Weg frage. Dieser Weg darf dann auch mal ein Irrweg sein, bei dem man sich umso mehr freut, seine Gruppe wieder zu finden. Denn eigentlich ist das Unerwartete der Weg und die neuen Erfahrungen, die man in einer völlig fremden Stadt machen kann. Ich freue mich sehr auf die Welt ausserhalb der Landes- und Netflix-Grenzen.