Sichere Landesversorgung dank freier Schifffahrt

Nicole - Team s+v
Nicole - Team s+v
14 April 2016 Lesezeit: 2 Minuten
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Basel Rhein Schiffahrt

Wenn der KĂŒhlschrank zu Hause leer ist, sucht man möglichst schnell den nĂ€chsten Supermarkt auf, wenn einem kalt ist, dreht man die Heizung auf und wenn im Auto das Tanksymbol rot aufleuchtet, fĂ€hrt man einfach direkt zur nĂ€chsten Tankstelle um die Ecke. Dass viele unserer tĂ€glich benötigten Produkte oder GĂŒter nicht schweizerischer Herkunft sind, ist vielen von uns bewusst. Was dagegen oft vergessen geht ist, welche bedeutende Rolle die Schifffahrt und die RheinhĂ€fen in Basel dabei spielen. Denn sie sind zunehmend Versorgungsdrehpunkt unseres Landes und deshalb stark angewiesen auf gute internationale Abkommen in Bezug auf den Rheinverkehr.

Mehr als sechs Millionen Tonnen GĂŒter passieren Jahr fĂŒr Jahr die RheinhĂ€fen in Basel. Fast die HĂ€lfte aller Mineralölprodukte (Benzin, Diesel, Heizöl, etc.) kommt per Schiff in die Schweiz. DarĂŒber hinaus gelangen auch zahlreiche Lebensmittel sowie Baumaterialien (Kies, Pflastersteine, etc.) via Container ĂŒber den Rhein zu uns. Insgesamt erreichen jĂ€hrlich ĂŒber 100‘000 Container die Basler HĂ€fen. Damit gelten die RheinhĂ€fen als wichtige Versorgungsader fĂŒr die gesamte Schweiz.

Der Schiffsverkehr weist im Vergleich zum Strassenverkehr gleich mehrere Vorteile auf: erstens ist er kostengĂŒnstiger, zweitens ist er ökologisch sinnvoller und drittens gibt es keine Staugefahr. Ausserdem sind Container gut stapelbar und somit einfach zu transportieren. Demzufolge wird der Transport ĂŒber den Rhein in Zukunft wohl noch mehr zunehmen und weiter an Bedeutung gewinnen. Fakt ist: wenn das HafengeschĂ€ft nicht mehr funktioniert, gerĂ€t auch die notwendige Landesversorgung vielerorts ins Stocken.

Zugang zum Meer dank internationalem Abkommen

Doch woher kommt es, dass die Schweiz als Binnenland mit dem Waren- und GĂŒtertransport per Schiffsweg so erfolgreich ist? Die Grundlage dafĂŒr bietet die sogenannte «Mannheimer Akte». Das ist ein 148-jĂ€hriges internationales Abkommen zwischen Preussen, Baden, Bayern, Frankreich, Hessen und den Niederlanden, das den Schiffsverkehr auf dem Rhein regelt. Die Prinzipien sind folgende: Dank dem Abkommen fallen keine Schifffahrtsabgaben an und eine behinderungsfreie Durchfahrt – beispielsweise im Falle eines Streiks – ist garantiert. Auch Zollabfertigungen werden dadurch stark vereinfacht. Zudem existieren einheitliche Vorschriften ĂŒber die Schiffsicherheit und den Schiffsverkehr.

Die GrundsĂ€tze der «Mannheimer Akte» sind bis heute gĂŒltig. Im Jahr 1963 hat auch die Schweiz das Abkommen – das Ă€lteste völkerrechtliche Abkommen ĂŒberhaupt – unterzeichnet. Mit diesem Schritt hat sich unser Land Â ĂŒber den Rhein den Zugang zum Meer gesichert. Lassen wir dieses Tor zu Welt auch kĂŒnftig geöffnet, indem wir fĂŒr eine gute Beziehung zu unseren europĂ€ischen Nachbarn einstehen.

Weitere spannende Informationen findest du unter folgendem Link:

Interview im «TagesgesprĂ€ch» mit AndrĂ© Auderset, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der schweizerischen Vereinigung fĂŒr Schifffahrt und Hafenwirtschaft: http://www.srf.ch/sendungen/tagesgespraech/andre-auderset-vereinigung-fu...