Ausschluss aus Horizon Europe: klare Nachteile fĂĽr den Forschungsplatz Schweiz

Oliver - Team s+v
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22 June 2022 Lesezeit: 2 Minuten
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Forschung SBFI
Nun äussert sich auch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) zur fehlenden Vollassoziierung der Schweiz am europäischen Forschungsrahmenprogramm Horizon Europe. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass viele Schweizer Forschende eindeutige Nachteile erfahren. Mehr als die Hälfte der Befragten stellt eine Verschlechterung der Situation im Vergleich zum Vorgängerprogramm fest, wo die Schweiz noch vollassoziiert war. Der Bundesrat muss im Interesse des Forschungsplatzes Schweiz eine Lösung mit der EU finden – und zwar so rasch wie möglich.

Dass der Verhandlungsabbruch in Sachen Rahmenabkommen einen Preis haben würde, war schon länger bekannt. Mit dem SBFI zeigt nun aber erstmals eine Bundesstelle selbst die negativen Konsequenzen in aller Deutlichkeit auf – mit einer Umfrage zur fehlenden Vollassoziierung beim Forschungsrahmenprogramm Horizon Europe.

Klare Verschlechterung gegenĂĽber frĂĽher

Rund 880 Forschende, Unternehmen oder Institutionen haben an der Umfrage teilgenommen. Eine Mehrheit davon gibt an, dass die aktuelle Situation schlechter sei im Vergleich zum Vorgängerprogramm, bei dem die Schweiz noch voll assoziiert war. Rund 36 Prozent aller Antwortenden liefern sogar konkrete Beispiele, wie diese Benachteiligung für sie aussieht. Damit werden die negativen Konsequenzen der europapolitischen Eiszeit immer deutlicher. Gerade der Forschungsplatz, der für die Zukunft des Innovationslandes Schweiz von enormer Bedeutung ist, leidet darunter, dass die Schweiz immer beim weltweit grössten Forschungsrahmenprogramm nur ein Zaungast ist. Die Umfrage zeigt zudem deutlich auf: Aus der Not geschaffene Übergangslösungen, wie sie das SBFI, Innosuisse oder der Schweizerische Nationalfonds (SNF) anbieten, können die gewichtigen Nachteile für den Forschungsplatz Schweiz nicht aufwiegen.

Jetzt handeln!

Es werden weitere Forschende und Unternehmen der Schweiz den Rücken kehren, weil sie im benachbarten Ausland attraktivere Bedingungen vorfinden, wenn sich nichts ändert. Aus Sicht von stark+vernetzt ist das ein unhaltbarer Zustand. Der Bundesrat muss jetzt eine Lösung mit der EU suchen. Das wachsende Problem bis nach den Wahlen 2023 auszusitzen, ist keine Option!